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(12.05.2005) Streit um bayerisches Kulturgut

 
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Guru
Biersektenvorstand
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Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 2533
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BeitragVerfasst am: 12.05.2005 08:55    Titel: (12.05.2005) Streit um bayerisches Kulturgut Antworten mit Zitat

Zitat:
Mittwoch, 11. Mai 2005
Streit um bayerisches Kulturgut
Zehn Jahre Biergartenrevolution

Schattige Kastanien, kühles Bier, zünftige Brotzeit: Um den Biergarten als bayerische Kultureinrichtung ranken sich nicht nur Legenden, er hat auch die Volksseele zum Schäumen gebracht und einen regelrechten Aufstand ausgelöst: Bei der "Biergartenrevolution" gingen am 12. Mai 1995 Tausende gegen eine frühere Schließung auf die Straße, darunter Politiker quer durch die Parteien. 130.000 Unterschriften wurden gesammelt. Der friedliche Aufstand habe den "Untergang der Biergartenkultur" im Freistaat verhindert, versicherten am Dienstag die "Revoluzzer" von damals.

Begonnen hatte der Streit mit der Klage von Anwohnern der 400 Jahre alten "Waldwirtschaft" nahe München, die sich vom Lärm belästigt fühlten und eine Schließung um 21.30 Uhr verlangten. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof gab ihrer Klage statt.

Die Entscheidung löste einen Aufschrei des Entsetzens aus, Biergartenfreunde schlossen sich zum "Verein zur Erhaltung der Biergartentradition" zusammen. "Es sollte auch noch jedes zweite Wochenende geschlossen bleiben - wenn sich das durchgesetzt hätte, hätte das die gesamte Biergartenkultur untergraben", sagt Waldwirtschafts-Wirt Sepp Krätz. Denn gestresste Anwohner anderer Biergärten warteten nur auf ein solches Musterurteil.

"Es war ein Angriff auf eine Herzensangelegenheit der bayerischen Tradition", sagt Wirtschaftsstaatssekretär Hans Spitzner (CSU) heute. Schließlich gehe es auch um Arbeitsplätze. "Die Wirte flüchten nicht - der Arbeitsplatz im Biergarten bleibt hier in Bayern."

Rund 25.000 Menschen versammelten sich am 12. Mai vor zehn Jahren bei Blasmusik und Kuhglockengeläut zur "Ersten bayerischen Biergartenrevolution" auf den Münchner Marienplatz. Es fehlte nicht an markigen Worten. "Jeder weiß vorher, wo er ein Haus baut oder eine Wohnung mietet", rief der damalige CSU-Chef Theo Waigel. Unter großem Beifall fügte er hinzu: "Man kann auch nicht ein Grundstück am Bahndamm kaufen und dann den Zugverkehr verbieten lassen."

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) sagte den "lieben Revolutionären" den Erlass einer Biergarten-Verordnung gleich für die Folgewoche zu, um die Öffnungszeit bis 23.00 Uhr festzuschreiben. Mit dabei war auch Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Die damalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sicherte Unterstützung zu.

Doch die Anwohner gaben nicht auf. Der Streit wanderte vor das Bundesverwaltungsgericht in Berlin, das im Januar 1999 die bayerische Sonderregelung für nichtig erklärte. Die Berliner Richter bemängelten, dass die Verordnung keine genauen Angaben zum zulässigen Lärm in Biergärten mache. In einer neuen Verordnung, welche die Lärmwerte genauer definiere, könne den Biergärten im Freistaat aber eine Sonderrolle eingeräumt werden. Das neue Regelwerk von 1999 regelt deshalb auch die Lärmobergrenze, die je nach Lage der Bier-Oasen zwischen 55 und 65 Dezibel liegt.

Mit einer "langen Nacht der Biergärten" wollen Münchner Wirte am 25. Juni den 10. Jahrestag des Aufstands feiern. Dabei sollen 28 Bier- und Wirtsgärten von 13.00 Uhr bis 1.00 Uhr nachts geöffnet bleiben. Shuttlebusse fahren die Besucher von Biergarten zu Biergarten, um ihnen Trinkgenuss ohne Promillegrenzen zu ermöglichen.

Um den Biergärten-Lärm ist indessen Ruhe eingekehrt. Eine Klägerin von damals sei heute Stammgast, sagt Sepp Krätz. Die längere Öffnungszeit weckt nun Begehrlichkeiten bei anderen Wirten. "Es wäre laut nachzudenken, ob man nicht die Wirtsgärten mit einschließt", sagt der Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Ludwig Hagn. Noch müssen diese um 22.00 Uhr dicht machen. Es sei nicht einzusehen, dass der Nachbarwirt mit dem Biergarten eine Stunde länger öffnen dürfe - zumal "wenn uns die Hamburger vormachen, dass man bis 24.00 Uhr öffnen kann".

(von Sabine Dobel, dpa)
Quelle/Zitat: http://www.n-tv.de/530452.html
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